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Der Urlaub naht

Tachchen. Urlaubszeit, Postkartenzeit. Natürlich wollen alle Freunde und Verwandte zuhause wissen: Gefällt euch das Hotel? Liegt das Ferienhaus am Meer? Steht euer Zelt auch nicht in der prallen Sonne? Und so weiter, und so weiter. Ich schreibe ja nun wirklich gerne, täglich viele Seiten für meine neuen Bücher. Trotzdem sitze ich im Urlaub immer Stunden vor jeder leeren Postkarte. „Kann doch nicht so schwer sein“, sagt meine Frau. „Passen doch nur vier Sätze drauf.“ Aber genau das ist doch das Problem! Wie soll ich bloß einen ganzen Urlaub in vier Sätzen zusammenfassen? Gestern habe ich endlich die Lösung gefunden. Im Guiness-Buch der Rekorde. Die größte Postkarte der Welt misst 48,75 Quadratmeter. Perfekt! Größer als Omas ganze Wohnung! Ich habe gleich zwölf Stück bestellt. In diesem Jahr kann ich endlich schreiben und schreiben, ohne mich kurz fassen zu müssen. Oma wird sich freuen. Und der Postbote erst!

Erstellt von: THiLO am 18.05.2017 16:11
Aussterbende Sprachen

Tachchen. Wusstet ihr, dass nicht nur Tiere und Pflanzen aussterben, sondern auch Sprachen? Und nicht nur im tiefsten Urwald von Kolumbien oder der Wüste Gobi - auch bei uns. Etwa 6500 Sprachen gibt es weltweit, die Hälfte davon ist bedroht. In Deutschland gab es früher tausende von Dialekten und Sprachen. Oft verstanden die Menschen in den Nachbardörfer besondere Ausdrücke schon nicht mehr. Doch heutzutage sprechen die meisten Menschen Englisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch oder eine andere Sprache, die viele verstehen. Die alten Sprachen scheinen da nicht mehr nützlich zu sein.

Doch je weniger Sprecher es gibt, desto weniger können diese Sprache auch an die Kinder weitergeben.

In Deutschland gilt Niedersorbisch als gefährdet, die Sprache, die die Menschen im Buch Krabat sprechen. Weniger als 10.000 Leute verstehen das noch.

Für bedrohte Tiere gibt es Reservate. Aber, keine Angst! Die Kinder in der Gegend von Cottbus müssen nicht in den Käfig. Sie lernen seit Neuestem die Sprache wieder in der Schule. Und viele Straßenschilder sind zweisprachig: Deutsch und Sorbisch. So gelingt es vielleicht, auch die jungen Leute wieder für diese alte Sprache zu begeistern.

Super! Euer THiLO

Erstellt von: THiLO am 18.02.2015 19:15
Wunschzettel

Tachchen. Bei Omas Geburtstag reichen euch drei Worte: Alles Gute Oma! Doch einmal im Jahr schreibt jedes Kind gerne lange Briefe: Den Wunschzettel für Weihnachten. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, könnt ihr direkt an ein Weihnachtspostamt schreiben. Die gibt es in allen Orten, die einen besonders weihnachtlichen Namen haben: Himmelsthür, Himmelspforten, Engelskirchen oder St. Nikolaus im Saarland.

Das Hauptpostamt des Weihnachtsmannes ist übrigens am Polarkreis in Finnland - behaupten jedenfalls die Finnen. Und in Amerika lebt er - wie könnte es anders sein - im Örtchen Santa Claus.

Die deutsche Post hat versprochen, auch Briefe zuzustellen, auf denen bloß steht: Ans Christkind oder An den Weihnachtsmann.

Wenn ihr aber nicht ganz so berühmt seid wie die beiden, schreibt besser eure Adresse drauf. Sonst bekommt ihr keine Antwort - und keine Geschenke. Oder noch besser: Schreibt THiLO drauf. Dann kann ich vor lauter Paketen nicht mehr das Haus verlassen. Davon träume ich schon immer.

Ein frohes Fest wünscht euch euer THiLO

Erstellt von: THiLO am 09.12.2014 10:32
Geheime Gauner

Tachchen. Alles was mit Lesen und Schreiben zu tun hat, interessiert mich brennend. Gerade habe ich eine Geheimschrift gefunden, die nur eine kleine eingeweihte Gruppe Menschen lesen kann: Gaunerzinken. So heißen Zeichen, die früher kleine Diebe und Bettler an die Häuser einer Stadt malten. Unauffällig natürlich. Mit diesen Zeichen sollten andere Gauner gewarnt werden. Oder darauf hingewiesen, dass es bei diesen Leuten etwas zu holen gibt. Ein einfacher Kreis hieß: Hier gibt es nichts. Eine gezackte Linie: Vorsicht bissiger Hund. Fünf Kreise, wie die olympischen Ringe: Hier gibt es Geld! Das Wort Zinken soll sich von dem lateinischen Wort signum ableiten, was Zeichen bedeutet. Erfindet doch auch so eine Geheimschrift für eure Nachbarn. Ein Ball heißt: Hier darf man Fußballspielen. Ein Bonbon: Nachbar verteilt Süßigkeiten. Und ein Korb: Leute sind alt, brauchen Hilfe beim Einkaufen. Überlegt mal selbst weiter, euch fällt bestimmt noch mehr ein.

Euer THiLO

Erstellt von: THiLO am 17.11.2014 23:07
K.O. - O.K.!

 

Tachchen. Viele Schüler finden die deutsche Sprache langweilig. Englisch hingegen klingt immer richtig ... Coooooooool! „Hey, easy, lady!“, sagt ihr zu einer Lehrerin, wenn sie sich beruhigen soll - nicht „Hallo, nimm´s leicht, Fräulein!“. Englische Schimpfworte höre ich auf Schulhöfen noch häufiger. Doch die will ich hier gar nicht wiederholen. Statt „Wird gemacht!“ ruft ihr euren Freunden lieber zu: „Okay!“ - und schon seid ihr reingefallen. „Okay“ ist nämlich eigentlich gar nicht englisch sondern deutsch. Okay ist nur die Aneinanderreihung der Buchstaben o.K. auf Englisch - so wird es auch häufig geschrieben. Die Abkürzung o.K. stammt aber aus Deutschland. Die Drucker haben sie früher beim Durchsehen der fertigen Seiten benutzt. Wenn sie keine Fehler fanden, malten sie mit Bleichstift o.K. neben den Text. Das bedeutete: ohne Korrektur, es konnte so gedruckt werden. Mann, jetzt bin ich vom vielen Schreiben aber echt k.o. Ich höre auf, o.K.? - Euer THiLO

 

Erstellt von: THiLO am 27.05.2014 17:25
Das besondere Oster-Ei

Tachchen. Ich kenne ein gutes Spiel für langweilige Autofahrten. Es ist auch super, wenn man sich kringelig lachen will: Sätze bilden, die alle mit demselben Buchstaben anfangen. Für jedes Wort gibt es einen Punkt. Am liebsten nehme ich da die Vokale. A und E gehen babyleicht.

Als Alfred Ananas aß, atmete Anton Atome aus. 8 Punkte!

I und O sind schon etwas schwerer, und für U muss man ewig nachdenken. Aber ich habe einen tollen Satz gefunden.

Unter Umständen ulken Ulrike und Ulf unter unserer Umkleidekabine. 9 Punkte!

Na? Begeistert? Ich gebe zu, ich weiß nicht wie man unter eine Umkleidekabine kommt. Aber sonst fiel mir nichts ein, was mit U anfängt. Euch?

Na, und jetzt für Ostern spielt ihr das so: Nur Worte nehmen, in denen ein „Ei“ drin vorkommt. Das Wort ist sozusagen das Nest. Achtung, jetzt kommt´s!

Dein Eichhörnchen weint, weil ein Einhorn seine Eisenbahn  entzweite. 9 Punkte!

Mehr Punkte schafft ihr nie. Wetten?

Erstellt von: THiLO am 09.04.2014 13:59
Erlaubt Spickzettel!

Liebe Lehrer, erlaubt endlich Spickzettel!

Auf die die Schüler immer die Sachen schreiben, die sie sich nicht merken können. Mathematische Formeln. Wann Mozart gestorben ist. Oder wie Herzschlag im Magen in Wirklichkeit heißt. In winzig kleiner Schrift. Die die lieben Schüler dann mitten in der Klassenarbeit aus dem Mäppchen holen. Und alles ablesen, was ihr ausgerechnet an dem Morgen unbedingt wissen wollt.

Auch sehr, sehr berühmte Schriftsteller tun es. Ich durfte letztens eine Rede halten. Über einen Kollegen. Aber wie seine Bücher hießen, habe ich immer wieder vergessen. Es war wie verhext. Also habe ich die Titel auf einen Spickzettel geschrieben. Als ich dann vor den 50.000 Gästen stand, habe ich den Zettel nicht mehr gefunden! Aber ich konnte mich genau an jeden Buchstaben erinnern, den ich auf´s Papier gekritzelt hatte. Die Leute jubelten mir zu. So wie ihr euren Schülern, nach der nächsten Eins in Mathe.

Und gebt es zu, ihr macht es doch auch. Beim Einkaufen zum Beispiel. Könnt ihr euch wirklich nicht die drei Sachen merken, die ihr kaufen müsst? Na, also! Erlaubt endlich Spickzettel!

Erstellt von: THiLO am 11.11.2013 19:28
Gerihn-Akkbarotik

Tachchen. Rechtschreibung ist wichtig! Das wollen uns die Lehrer schon seit Jahrhunderten weismachen. Da haben sie das Gehirn aber total unterschätzt! Forscher haben nämlich etwas ganz anderes festgestellt: Es ist völlig egal, wie die Worte geschrieben werden. Jedenfalls für unser Gehirn. Wichtig ist nur, dass der erste und der letzte Buchstabe an der richtigen Stelle sind. Das Gehirn liest nämlich nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern Wort für Wort. Glaubt ihr nicht? Hier ist der Beweis:

TiLHO shcrbiet die btsnee Kniderbichür der Wlet! Und je mher das Gheirn übt, dtseo snllehcer wrid es biem Lseen.

Unglaublich, oder? Aber es kommt sogar noch besser. Ihr könnt auch Buchstaben einfach durch Zahlen ersetzen. Ohne Probleme ist alles trotzdem lesbar. W3R D45 N1CHT GL4UBT 5CHR31BT 53lB5T M4L 31N3N KURZ3N T3XT. NUR 31N3 G2H21M5CHR1FT 15T 35 L31D3R N1CHT!

Aber Montag in der Schule wieder richtig schreiben, vrspecehorn?

Erstellt von: THiLO am 20.02.2013 09:53
Wer schreibt, der bleibt

Tachchen. Kennt ihr das Sprichwort: Wer schreibt, der bleibt? Es soll bedeuten, dass sich die Leute länger an einen Menschen erinnern, der etwas geschrieben hat. Ein Buch kann ich immer wieder aus dem Regal nehmen. Auch wenn der Schreiber längst gestorben ist. Unbedingt im Gedächtnis der Menschheit bleiben will auch Scheich Hamad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Scheich ließ seinen Namen so groß in den Sand seiner Insel schreiben, dass er sogar vom Weltall aus zu lesen ist. Die Buchstaben sind einen Kilometer lang, der ganze Name drei Kilometer breit. Das könnt ihr im nächsten Urlaub am Strand auch. Wenn jeder Strich fünfzig Meter breit und tausend Meter lang ist, braucht ihr nur etwa fünfzigtausend Tage - für ein „i“. Wenn du Friedrich-Wilhelm heißt, bist du sicher schon in zwei Millionen Tagen fertig. Was? So lange habt ihr keine Sommerferien? Dann sag´ deinen Lehrern einfach, du würdest den ganzen Urlaub lang nur schreiben. Vielleicht bekommst du dann extra schulfrei?

 

Aus: Kruschel, die Kinderzeitung der Allgemeinen Zeitung Mainz, 13.10.12

Erstellt von: THiLO am 13.10.2012 16:04