Wie THiLO zum Autor wurde

Brilon im Hochsauerland. Knapp 20.000 Einwohner. Hier frisierte Friedrich Merz (CDU) sein Mofa, hier ging Heinrich Lübke (Ex-Bundespräsident) zur Schule, hier küsste Tom Gerhardt (Hausmeister Krause, SAT 1) zum ersten Mal, hier startete Birgit Schrowange (Extra!, RTL) ihre steile Karriere – und hier wuchs THiLO in der Kinderecke der elterlichen Buchhandlung auf. Geboren wurde er jedoch auf Schalke, beinahe im Stadion.

Zwanzig Jahre zwischen Pippi und Hotzenplotz

Geprägt von einer Kindheit zwischen Büchern begann THiLO ein Studium im nahen Münster: Hauptfach Publizistik, Nebenfach Germanistik – was sonst? Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, schrieb THiLO für eine Lokalzeitung und radio ffn, schließlich ließ man ihn in Münster selbst hinters Mikro.

Sechs Jahre lang moderierte er dort im Radio eine Kultursendung, bei der Musik und Buchbesprechungen im Mittelpunkt standen, Bands aus dem In- und Ausland interviewt wurden. Spannende Reportagethemen fand er auch auf seinen zahlreichen Reisen rund um die Welt.

Von alledem noch nicht ausgelastet, tat sich THiLO mit zwei Freunden zusammen, schrieb an einem Bühnen-Programm und schon bald darauf sprang „ein neuer Stern am Kabaretthimmel“ (Münstersche Zeitung) ins Rampenlicht: „Die Motzbrocken“.

Nach der Premiere ging es rasend schnell: 120 Bühnen von Hamburg bis Kitzbühel buchten in kurzer Zeit dieses „Glanzstück der schrägen Humorparade“ (Der Standard, Wien), die drei gewannen den „Grazer Kleinkunstvogel“, waren nominiert für den „Hessischen Satirepreis“, den „Wiener Kleinkunstnagel“ und den „Münsteraner Widertäuferpreis“.

So wurde die Sesamstraße auf THiLO aufmerksam. Sie lud ihn zu einem Workshop für neue Autoren nach Hamburg ein, in Folgejahr schrieb THiLO bereits 20 Drehbücher für Samson, Tiffy und ihre Freunde. Weitere namhafte Kindersendungen folgten: Bibi & Tina, 1, 2 oder 3, Schloss Einstein und Siebenstein.

2003 erschien dann THiLOs erstes Buch mit einer selbstentwickelten Figur. Der Rostige Robert wurde auf Anhieb ein Liebling von Kindern und Erwachsenen, so dass weitere Abenteuer in zwei Folgebänden aufgeschrieben wurden.

Durch seine langjährige Bühnenerfahrung gehört THiLO auch zu den besten Vorlesern Deutschlands.

Bis heute erschienen 350 Bücher, in 25 Sprachen übersetzt, mit einer weltweiten Auflage von über 5 Millionen Exemplaren.

Mein Besuch beim Bundespräsidenten Joachim Gauck 2014

An diesem Tag hatte ich mich besonders fein gemacht. Die Stiftung Lesen feierte ihren 25sten Geburtstag. Und ich war zu Gast bei ihrem Schirmherrn. Keinem Geringeren als dem Bundespräsidenten, Joachim Gauck. Auf Schloss Bellevue, seinem ersten Amtssitz. Der liegt mitten in unserer Hauptstadt Berlin.

Der Bundespräsident ist der mächtigste Mensch Deutschlands. Beim Begrüßen kommt er noch vor der Bundeskanzlerin. Deshalb empfängt er auch dauernd die wichtigsten Menschen aus aller Welt: Präsidenten, Könige, den Papst – oder mich. Weil er das nicht in einer Pommesbude machen möchte, braucht er ein richtig schönes Zuhause. Ein Schloss ist da gerade gut genug. Bellevue wird übrigens „Bellwüh“ ausgesprochen und bedeutet „Schöne Aussicht“. Das passt. Denn rundherum sind Parks.

Und dann passierte es wirklich: Joachim Gauck kam, umringt von Bodyguards. Er sah original aus wie im Fernsehen. Nur ein bisschen größer. Ich flitzte natürlich gleich hin und bekam vor Aufregung fast kein Wort heraus. Ob ich wohl ein Foto mit ihm bekomme? Klar, macht er gerne. Er ist nämlich nicht nur der mächtigste Mensch Deutschlands, sondern sicher auch einer der freundlichsten.

Also, schöne Grüße aus Schloss Bellevue.

Von Joachim Gauck und THiLO